Das Interesse an der Industriefplanze Jatropha curcas hat in den letzten Jahren stark zugenommen, weil Jatropha auch auf degenerierten Böden in der Lage ist zu gedeihen. Durch diesen Vorteil kann eine Flächenkonkurrenz mit Lebensmitteln verhindert werden. Allerdings muss man auch eingestehen, dass auch Jatropha auf guten Böden besser wächst und mehr Ertrag bringt. Jatropha ist ein “no waste”-Pflanze, die nahezu vollständig nutzbar ist. Durch diese Mehrfachnutzung kann der Anbau auch wirtschaftlich interessant werden. Die bekannteste Form der Nutzung ist die Biodieselproduktion. Nach Expertenangabe ist diese Nutzung aber vielleicht nicht einmal die finanziell lukrativste. Noch hat die Pflanze aber erst das Stadium einer Wildpflanze, die noch durch Züchtung optimiert werden kann. Aufgrund dieses Sachverhaltes sind die Potentiale auch als besonders groß zu betrachten. Auch hieße es Äpfel mit Birnen zu vergleichen, wollte man die aktuellen Jatropha-Variante mit anderen Biodieselpflanzen vergleichen. Neben der Biodieselnutzung kann auch das Gift der Jatrophapflanze sicherlich kommerziell im Pflanzenschutz genutzt werden. Der extrahierte Giftstoff bringt aktuell einen Marktpreis von 2000 US-Dollar pro Gramm ist damit sicher noch teurer als Druckertinte. In vier bis fünf Jahren wird es vermutlich leistungsstarke Hybriden geben. Dies ist zu erwarten, weil es für eine widerstandfähige Wildpflanze keinen Sinn macht, große Mengen an Samen und Öl zu produzieren. Diese Aussichten haben auch bei dem einen oder anderen Spekulanten große Hoffnungen gesät und diese veranlasst massiv in Jatropha-Aktien zu investieren. Hier ist ein regelrechter Goldrausch im Gange, der vermutlich aber auch mit dem ein oder andren blauen Auge verbunden sein wird.
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