Sinn und Unsinn von Unternehmensberatungen


Die Unternehmensberater sind extrem strapazierfähige Wesen. Sie arbeiten hart, sind ständig unterwegs, haben soviel Kontakte, wie sonst nur Politiker in ihren öffentlichkeitswirksamen Positionen und gehen mit unangenehmen Fragen und Lösungsvorschlägen der Belegschaft des Auftraggebers mächtig auf den Geist.

Damit wäre in kurzen Zügen der Auftrag einer Unternehmensberatung etwas spitzfindig beschrieben. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit, oder besser nach der Nützlichkeit dieses Geschäftsmodells ist eine in der Praxis äußerst kontrovers diskutierte Angelegenheit. Zweifelsohne besteht der Bedarf an unternehmensfremden Spezialisten, die aus einer distanzierten Grundhaltung heraus, sozusagen ohne Stallgeruch, die Ablauf- und Aufbauorganisation eines Mandanten genauestens unter die Lupe nehmen und die erforderlichen Optimierungen realisieren können.

Die Erfolge dieser Kavallerie sind objektiv betrachtet nicht von der Hand zu weisen. Und dabei sind nicht nur die spektakulären Fälle von Turnaround-Management über die angeratenen (und durchgeführten) radikalen Reduzierungen der „Kostenstruktur“ (häufig der „Strukturkosten“) bis hin zu einer passgenauen Unterstützung mit Expertenwissen im Projektgeschäft, die für eine Kooperation mit Unternehmensberatungen sprechen.

Die Unternehmensberater sorgen, zumindest kurzfristig, für den frischen Wind in den leider viel zu häufig eingefahrenen Büros des Kundenunternehmens und kümmern sich um die Sachverhalte, die zwar selbstverständlich sind, aber von der regulären Belegschaft nicht mit Nachdruck angepackt werden (können). Die Last der „kleinen“ Verpflichtungen, die sich durch die Schwarmzugehörigkeit für das Stammpersonal automatisch ergibt, ist ihnen fremd, weil sie das Aquarium aus einer Perspektive jenseits der Glasscheibe begutachten dürfen.

Für die horrenden Kosten einer Beratungsstunde und die häufige Abhängigkeit von den Beratungshäusern sind die Geschäftsführer aber selbst schuld. Statt aus jedem Mitarbeiter einen Unternehmensberater, zu einer unternehmerische denkenden Fach- oder Führungskraft zu formen, greifen sie lieber zu externer Hilfe. Dies geschieht primär aus Selbstschutz (die Experten werden es richten, kann nichts schief gehen), aber auch aufgrund des mangelnden Vertrauens in das eigene Personal.

Langfristig wird der Unternehmenswert allerdings nicht von den externen Unternehmensberatern gesteigert (denn diese kommen und gehen), sondern von der Stammbelegschaft, die (manchmal) mühsam zum Blick für das Wesentliche und einer wertorientierten Grundeinstellung im Tagesgeschäft geschult werden muss. Kurzum: interne Berater müssen her!

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